Donnerstag, 7. August 2014

#356tagegarfieldundfelix oder die Antwort auf die Frage: Warum poste ich jeden Tag auf Instagram ein Katzenfoto?

Wer mir auf Instagram folgt, dem wird aufgefallen sein, dass ich jeden Tag ein Foto von meinen Katzen poste. Ich selbst frage mich immer mal wieder warum ich das eigentlich tue. Tatsächlich hat es einen anderen Grund, als einfach süße Katzenbilder zu posten. Es geht mir dabei um etwas ganz anderes.

Ein kleiner Rückblick: Ende 2013 hatte ich eine Ausgabe der "flow" in der Hand. Darin enthalten war eine Reihe von Vorschlägen für 365-Tage Projekte. Viele davon gefielen mir auch, aber bei handwerklichen Sachen hatte ich Angst, dass ich nicht genug Zeit finde, um so ein Projekt entsprechend umzusetzen. Daher war für mich schnell klar, dass ich ein Foto-Projekt machen will. Ich fand die Idee super, jeden Tag eine gleiche Stelle zu fotografieren, wie zum Beispiel einen Baum, um die Entwicklung über das Jahr zu verfolgen. Leider kam das für mich nicht in Frage, das ich wusste, dass ich in diesem Jahr von München nach Nürnberg umziehen würde. Da die Fotos von meinen beiden Schnupps bei Instagram bis zu dem Zeitpunkt ganz gut angekommen sind, dachte ich, das ist es: Jeden Tag mindestens (!) ein Bild oder Video von Garfield und/oder Felix. Schließlich sehe die die beiden so gut wie jeden Tag im Jahr und sie sind süß. Das sollte allein schon Grund genug sein. Aber am Anfang hatte ich Angst, die Leute wären genervt. Inzwischen folgen mir wahrscheinlich mehr Leute wegen der Katzenbilder und weniger wegen mir und meiner Bilder. Aber die beiden sind ein wichtiger Teil von mir.

Inzwischen habe ich insgesamt 222 Beiträge unter dem Hastag #365tagegarfieldundfelix veröffentlicht. Und es fällt mir nicht immer leicht. Es gibt Tage an denen kann ich ohne Probleme 10 süße Bilder von den beiden machen und an anderen nicht mal eines. Dann gibt es natürlich auch Tage, an denen ich einfach nicht Zuhause bin. Und nicht jedes Foto ist von der Bildqualität so schön, wie ich mir das wünsche. Gerade wenn ich kurz vor dem schlafen gehen merke, dass ich noch ein Bild brauche, ist es eben schon dunkel und die Bilder werden kriselig. Es hat sich schließlich so entwickelt, dass ich öfter auch auf Fotos zurückgreife, die ich schon ein paar Tage vorher aufgenommen habe.

Worum es mir aber nun bei dem ganzen Projekt geht, ist folgendes:
Ich hab öfter ein Problem damit, bei Sachen, die ich mache, am Ball zu bleiben. Ich verliere gerne mal die Lust und wenn es kompliziert wird, mache ich statt der einen Sache lieber etwas anderes. Hier geht es mir darum, mit etwas, dass ich gerne mag (meine Schnupps sind mein Ein und Alles) und gerne mache (Fotografieren) etwas Stabilität in meinen Alltag zu bringen. Sozusagen ein roter Faden für mein Jahr 2014. Etwas, dass ich jeden Tag mache, ohne wenn und aber. Es gibt keine Ausreden. Egal, ob ich so stark Migräne habe, dass ich über der Kloschüssel hänge. Egal, ob ich nach 4 Stunden pendeln so müde bin, dass ich um 9 vor dem Fernseher einschlafe. Egal, ob ich den ganzen Tag geheult habe, weil ich mich mit jemandem gestritten habe. Egal, ob ich am Ende bin, weil ich aus meinem Job gekündigt wurde. Es gibt keine Ausrede. Punkt. Bevor ich zum Schlafen ins Bett gehe (und erst dann endet ein Tag wirklich bei mir, egal welche Uhrzeit) wird immer ein Katzenbild oder -video veröffentlicht. Jeden Tag.

Gerade das mit dem Job hat mich in den letzten Wochen ziemlich aus der Bahn geworfen. Ich dachte nie, dass ich mal zum Arbeitsamt muss und am Anfang dachte ich noch, dass ich das locker wegstecke. Dem war aber nicht so. Deshalb gab es hier auch keine Beiträge mehr, obwohl ich so froh war, mit dem Bloggen überhaupt endlich mal angefangen zu haben. Die letzten zweieinhalb Monate sind nun wie im Flug vergangen. Vieles ist zum Stillstand gekommen, aber eins habe ich immer weitergemacht, jeden Tag mein Katzenbild veröffentlicht. Und erst jetzt wo auch gerichtlich die Geschichte mit meinem Job beendet ist, geht es auch mit dem Bloggen wieder weiter.

Es klingt vielleicht blöd, aber die Katzenbilder gaben mir in den letzten 219 Tagen ein Gefühl von Sicherheit mit dem ich nie gerechnet hätte. Ich bin froh, dass ich mich dazu entschieden habe, das zu machen. Meine Katzen sind immer für mich da, egal ob es mir gut oder schlecht geht. Jeder Tag ist erst für mich erst zu Ende, wenn ich ein Katzenbild veröffentlicht habe. Danach kann ein neuer Tag kommen.

Alle #365tagegarfieldundfelix Bilder findet ihr natürlich bei Instagram und hier auf dem Blog.

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