Sonntag, 29. März 2015

Zu Besuch auf der Leipziger Buchmesse 2015

Vor etwas mehr als zwei Wochen drehte sich vom 12. bis 15. März in Leipzig alles um die Welt der Bücher. Ich war bisher noch nie auf der Leipziger Buchmesse. Damit es nicht zu hektisch wird, haben der Herzmann und ich uns extra zwei Tage Zeit genommen. Den ersten Tag haben wir uns in den Hallen umgesehen, alle Stände angeschaut, in Bücher reingeschnuppert und amüsiert die kostümierten Besucher der Manga-Convention beobachtet. Für den zweiten Tag hatte ich dann noch ein paar Autorengespräche rausgesucht: Thomas Brussig, Jan Weiler und Arno Geiger wollte ich unbedingt sehen. Alles in allem waren es zwei tolle Tage, an denen wir viel gesehen, gelesen, gehört, gestaunt, gelacht, gewartet (vor den Toiletten), gesucht (unser Auto, weil wir uns nicht gemerkt haben, wo wir es geparkt hatten), gegessen haben (die Crepes in der Glashalle waren super) und viel gelaufen sind.
Die Glashalle liegt mittig zwischen den vier Messehallen, hier waren hauptsächlich die Rundfunkvertreter und die Futterstände angesiedelt.
Am Freitag hatten wir uns frühs als Erstes das Gespräch mit Thomas Brussig auf dem blauen Sofa angesehen. Ein unterhaltsames und sehr sympatisches Interview. Sein neues Buch "Das gibt's in keinem Russenfilm" steht aktuell ganz oben auf meiner To-Read-Liste.
Buchkunst am Stand vom Loewe Verlag.
Den imposantesten Messe-Stand hatte meiner Meinung nach Droemer Knaur mit einer riesigen Bücherwand.
In der Manga-Convention Halle haben wir eine kleine Pause gemacht, uns erklären lassen, wie das japanische Spiel "Go" funktioniert und gleich mal eine kleine Partie gespielt.
Das mit Abstand beste Autorengespräch war das von Denis Scheck mit Jan Weiler zu dem ich mich extra ganz vorne hingeschummelt habe, damit ich gute Fotos schießen kann.
Kurz vor der Messe ist Jan Weilers neuer Roman "Kühn hat zu tun" erschienen. Denis Scheck hat Weilers Krimi in höchsten Tönen gelobt und der Autor hat sogar ein paar Zeilen vorgelesen. Das schöne an diesem Gespräch war, das Denis Scheck einfach versiert durch das Gespräch führte und auf den Autor einging. Scheck agierte und reagierte spontan und auf einem anspruchsvollen aber unterhaltsamen Niveau. Da haben wir auf der Messe auch andere Moderatoren gehört, die einfach stur ihre Fragen vom Blatt abgelesen haben oder im Gespräch einfach eine halbe Stunde lang den Inhalt nacherzählten und den Autor gar nicht zu Wort kommen ließen. Sehr interessant fand ich übrigens die Frage von Denis Scheck, vor was Jan Weiler Angst habe und noch viel interessanter seine Antwort, dass er Angst vor dem Verlust der Höflichkeit habe. 
Am Nachmittag hat Jan Weiler dann eine Signierstunde gegeben. Dabei habe ich höflich um ein schnelles Foto gebeten und auch eins bekommen :) und natürlich auch eine Widmung in mein Buch.
Als wir auf die Signierstunde von Jan Weiler warteten, hatte sich noch etwas sehr Lustiges vor unseren Augen abgespielt. Jason Dark hatte da noch eine Signierstunde gegeben. Der Name sagte mir bis dato gar nichts. Von ihm stammt die Roman- und Hörspielserie 'Geisterjäger John Sinclair'.  Kurz vor Ende der Signierstunde kam ein Fan mit einer dieser großen Kaufland-Tüten bei der bereits der Henkel abgerissen war und einer Plastiktüte voll mit Romanen, Romanheften, Hörspiel-CDs unf Fotos. Ein Teil nach dem anderen wurde auf den Tisch gelegt und Jason Dark hat alles geduldig signiert. Jan Weiler kam inzwischen schon raus aus dem Buchhandelsshop, ging auf seinen Tisch zu und sah, dass da noch kräftig signiert wurde, also verschwand er erst mal wieder. Als Jason Dark dann fertig war, verstaute der Fan alle Werke wieder in seiner Kaufland- und seiner Plastiktüte und stellte es hinter den Tisch an die Wand. Jan Weiler hatte das alles sichtlich amüsiert beobachtet und wir Wartenden hatten auch etwas zu lachen.
Das letzte Gespräch, welches ich noch unbedingt sehen wollte, war das mit Arno Geiger, bei welchem er sein neues Buch "Selbstportrait mit Flusspferd" vorstellte. Sehr witzig war Arno Geigers Antwort auf die Frage, wie er beim Schreiben des Buches ausgerechnet auf ein Zwergflusspferd gekommen sei: Die Wahl sei nämlich auf das Zwergflusspferd gefallen, weil es entgegen aller gesellschaftlichen Entwicklung nicht danach strebt, immer größer zu werden. Als Verwandter des Großflusspferdes ist es wohl im Laufe der Jahrtausende immer kleiner geworden und dabei spielt es evolutionsgeschichtlich überhaupt keine Rolle, weil es als Einzelgänger und nur so für sich von einem Tag zum nächsten lebt. Man kann es weder essen noch sonst irgendwie kommerzialisieren. Ich finde, das macht es schon ziemlich sympatisch, dieses Zwergflusspferd.

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